Jahresbericht 2020
Verein Tierra – Vida

2020 war ein ereignisreiches und bewegtes Jahr, welches die ganze Weltgemeinschaft durch das Coronavirus unverhofft in Bewegung aber auch zur Ruhe und innerer Reflektion gebracht hat.

Vorstand
Der Vorstand tauschte sich regelmässig aus. Er traf sich, neben der Mitgliederversammlung vom 29. Februar 2020 in Olten, zu zwei Sitzungen (28. Januar, 6. Juli 2020) in Bern. Leider konnte der Vorstand auf Grund der aktuellen Lage kein reales Treffen mit Amadeo durchführen. Dank dem Internet ist der Vorstand jedoch in regelmässigem Austausch mit Amadeo. Die Zusammensetzung des Vorstandes blieb gegenüber dem Vorjahr unverändert: Christoph Mani (Volontariat), Michi Reiterer (Website, Kontakte, Adressdatei, Versand Weihnachtsrundbrief), Josef Nussi Nussbaumer (Tierra – Vida Infos), Maurin Oberholzer (Präsident, Kassier, Vertreter Solidaritätsgruppe St. Theresia). Auf das Jahr 2021 zeichnet sich eine Neukonstituierung des Vereins ab. Die beiden Vorstandsmitglieder Michael Reiterer und Christoph Mani, stellen sich als neues Co-Präsidium zur Verfügung. Maurin Oberholzer wird weiterhin Kassier und Vertreter der Solidaritätsgruppe St. Theresia tätig sein.

Verein
Der Verein unterstützt mit den Spendengeldern die Aktivitäten von Padre Amadeo Eberle mit der Finca «El Bosquecillo» in der Stiftung «Tierra Nueva – Vida Nueva» bei Cali, Kolumbien. Daneben erhält «Casa Cultural Tejiendo Sororidades» (Meléndez, in Cali), das mit Amadeo verbunden ist, einen Beitrag für Frauen- und Kinderprojekte.
Im Weiteren werden zwei Projekte in Afrika unterstützt. Dies sind, das Projekt «Kondwa-Zentrum für Waisen» in Lusaka, Sambia und das Strassenkinder-Projekt von AAB «Khayalethu» in Südafrika. An der Mitgliederversammlung vom 29. Februar 2020 haben die Präsidenten der beiden Unterstützungsvereine, Erich Friemel (Kondwa) und Chris Fannin (AAB), die Hilfsprojekte persönlich vorgestellt. Die Beiträge zugunsten der beiden Afrika-Projekte erhält die Solidaritätsgruppe St. Theresia, eine Gruppe von Allschwiler*innen innerhalb unseres Vereins, von der Kirchgemeinde Allschwil aufgrund von Unterstützungsgesuchen. Die weiteren Spendeneinnahmen verdanken wir der grosszügigen Unterstützung durch Spenderinnen und Spender, durch unsere Mitglieder sowie Geburtstagsgeschenken, Gottesdienst-Kollekten und «Blumenspenden» anlässlich von Abdankungen.

Die Information nach Aussen, zu den Spender*innen, erfolgte über unsere Website www.finca-elbosquecillo.org, mit einem Flyer und dem Weihnachtsrundbrief der Stiftung «Tierra Nueva – Vida Nueva» (Versand 6. Dezember 19). Die Vereinsmitglieder erhielten zudem die «Tierra-Vida Infos» Nr. 28 (Jan. 19) und Nr. 29 (Juli 19) per E-Mail.

Ende Jahr publizierten wir einen ausführlichen Bericht zum Weg der 25 Jahre Finca «El Bosquecillo», verfasst von María Elena und ins Deutsche übersetzt von Isabel Prammer, auf der Website unseres Vereins ( www.finca-elbosquecillo.org/de/was-wir-machen/25-jahre).

Stiftung «Tierra Nueva – Vida Nueva» mit FincaElBosquecillo in Cali, Kolumbien
Eigentlich wollte das Finca-Team und Padre Amadeo dieses Jahr «25 Jahre Finca El Bosquecillo» seit der Übergabe (12.09.1995) von Rodrigo Rojas und Clarita Strässle an die Stiftung «Tierra Nueva – Vida Nueva» feiern. Doch die Corona-Pandemie brachte diese Planung durcheinander; anstelle von Feierlichkeiten mit nahestehenden Organisationen, musste alles geschlossen und abgesagt werden.

Aber die Finca blieb nicht leer oder untätig. Zwei Familien fanden in der naturbehüteten Finca und dem Team Zuflucht und so durfte eine grosses Finca-Familie einander kennen und schätzen lernen. Die Begleitung der schwer kranken Cornelia Wick, ihrem unermüdlichen Einsatz leben oder überleben zu wollen, haben alle auf der Finca sehr beeindruckt und geprägt. Ja, diese intensive Zeit ihrer Betreuung hatte dem Finca-Projekt im Verlauf der kolumbianischen Ausgangssperre – ohne dies vorher überlegt und geplant zu haben – eine besondere Bedeutung gegeben. Amadeo meint dazu: «Wir waren beeindruckt von ihrer Familie (Silvano, Manuela, Alfred, Sebastian, Ivan), ebenso aber auch von ihr nahestehenden Frauen wie Silvia und Verena. In bleibender Erinnerung an sie haben wir das sogenannte Polymuro-Haus auf ihren Namen umgetauft: «Casa Cornelia».

Zwischen dem 20. März und dem 31. August verordnete die Regierung ein generelles Ausgehverbot, seit September gibt es Lockerungen, aber bis heute gelten immer noch selektive Einschränkungen. Seit Anfang Oktober ist die Finca für Gruppen mit maximal 20 Personen wieder geöffnet. Man setzt mit den Gruppen grossen Wert auf das “baño del bosque”, den meditativ-reflexiven Rundgang durch den Wald.

Das Team der Finca ist zur Zeit ein kleiner Personenkreis bestehend aus Don Marco & Gaby, Rafael, María Elena und Amadeo. Sie sehen sich in vielen Bereichen mit grossen Herausforderungen von Heute und der Zukunft konfrontiert. Angefangen von der altersbedingten Erneuerung der Finca-Familie, was auch eine Neustrukturierung von einigen Finca-Aktivitäten nach sich zieht oder die Notwendigkeit nach einem geeigneten «Tierra Nueva – Vida Nueva»-Haus in Cali für administrative Bedürfnisse sowie als Willkommens- und Zufluchtshaus. Wir sind dankbar für den freundschaftlichen Austausch mit dem Finca-Team und freuen uns das Finca-Team in dieser, in jeder Hinsicht, nicht einfachen Zeit zu unterstützen und zu begleiten.

«Strassenkinderprojekt Khayalethu» in Südafrika
Chris Fannin, Präsident von AAB, Südliches Afrika (Austausch, Aufbau und Bildung – entstammt der Anti-Apartheid-Bewegung der deutschsprachigen Schweiz) und langjähriger Freund von Hans Z’graggen stellte auf Wunsch vom Vorstand «Tierra – Vida» bei der Generalversammlung am 29. Februar 2020 das Strassenkinder-Projekt Khayalethu allen Mitgliedern vor. Die Erzählungen von Chris Fannin von den schwierigen Umständen, aber auch von Brücken zwischen den Kindern, ihren Familien und Dorfgemeinschaften sind eindrücklich und es fand ein herzlicher Austausch im Verein statt.

«Kondwa-Zentrum für Waisen» in Lusaka, Sambia
Vereinsmitglied Erich und Rosmarie Friemel, die 2006-2008 im Zentrum tätig waren, informieren uns regelmässig über die Situation und die positiven Arbeiten bei en drei Projekten “Kondwa-Zentrums für Waisen”, “Schulprojekt für Waisen” und dem Landwirtschaftsprojekte für die ganze Gemeinschaft. Maurin und Michi durften im Februar als Gäste der Mitgliederversammlung vom Verein Kondwa-Sambia teilnehmen und sind froh über den persönlichen Austausch bezüglich Projekt und Vereinsstruktur, welchen alle Beteiligten gerne weiter pflegen möchten.

Dank
Vorab bedanken wir uns herzlich für das langjährige Engagement von Maurin Oberholzer als Präsidenten. Es freut uns als neues Co-Präsidium diesen gut aufgestellten Verein in die Zukunft führen zu dürfen. Besonders erwähnt ist auch die grossartige Unterstützung von Elisabeth Z’graggen bei der Verdankung der Spenden sowie Isabel Prammer bei den arbeitsintensiven Übersetzungen.

So beenden wir unseren ersten Jahresbericht mit den Worten vom letzten Jahresbericht 2019.

Wir danken im Namen des ganzen Vorstandes den Vereinsmitgliedern und Spender*innen, einfach Allen, die in irgendeiner Weise zum Gelingen unserer Aktivitäten beigetragen haben ganz herzlich.

Michael Reiterer / Christoph Mani, Co-Präsidium
Im Januar 2021