Jahresbericht 2018
Verein Tierra – Vida

2018 war ein ereignisreiches und bewegtes Jahr – global und lokal. Die Migrationsströme machen bewusst, dass Menschen im Süden vor Ort Perspektiven brauchen, dass unsere Anliegen weiterhin breite Unterstützung verdienen. Tief betroffen machte uns der Hinschied von Hans Z’graggen, unserem sehr geschätzten Vorstandsmitglied, Kassier und ehemaligem Präsidenten, kurz nach unserer Hauptversammlung, am 21. März 2018.

Hans engagierte sich über 36 Jahre für benachteiligte Menschen in Kolumbien. Er widmete den Anliegen und Aufgaben unseres Vereins in den vergangenen 17 Jahren unendlich viel Zeit, unzählige Spender*innen erhielten seine Verdankungen. Unvergesslich ist sein Wirken ab den 80er-Jahren für die Rechte von Blumenarbeiter*innen in Afrika und Lateinamerika. Als einer der Pioniere hat «Blueme-Hans» massgeblich zur Entwicklung des Internationalen Verhaltenskodex’ für die Produktion von Schnittblumen und zum Fairtrade-Label für Blumen beigetragen; speziell durch seine Mitarbeit in der Arbeitsgruppe Schweiz-Kolumbien «ask!». Hartnäckig sorgte er dafür, dass Umwelt und Gesundheit auch in der Region Basel zu ihrem Recht kamen und setzte sich für das Trinkwasser, das Aufräumen von Chemiemülldeponien ein. Gerne erinnern wir an seine Arbeit als Kirchgemeindepräsident von Allschwil; an seine mutige Stimme, indem er als weltoffener und solidarischer Christ Ungerechtigkeiten anklagte und die Ortskirchen verpflichtete, mit den Menschen im Süden zu teilen. So behalten wir ihn in freundschaftlicher Erinnerung und danken ihm und seiner Familie, die tatkräftig mithalf, für das beispielhafte und unermüdliche Engagement.

Vorstand
Zur ersten Sitzung (5. Februar 2018) kamen wir bei Hans und Elisabeth in Allschwil zusammen. An der 17. Mitgliederversammlung vom 3. März 2018 wurde der Vorstand mit der Wahl von Josef Nussbaumer erweitert. Der Vorstand konstituierte sich nach der MV und dem Hinschied von Hans (21.03.18) neu: Christoph Mani (Übersetzungen, Volontariat), Michi Reiterer (Website, Kontakte), Josef Nussi Nussbaumer (Tierra-Vida Infos), Maurin Oberholzer (Präsident, Kassier – mit Unterstützung durch Elisabeth Z‘graggen). Die weiteren Sitzungen fanden bei Maurin in Bern statt, nämlich am 18. Juni 18 – mit Beteiligung von Amadeo – und am 2. Oktober 18. Sie standen wie gewohnt unter günstigen Sternen und endeten in ernsthaft-munteren Gesprächen unter Menschen, die sich auch ausserhalb der Traktanden etwas zu sagen haben.

Verein
Der Verein unterstützt mit den Spendengeldern weiterhin primär die Aktivitäten von Padre Amadeo Eberle mit der Finca «El Bosquecillo» in der Stiftung «Tierra Nueva – Vida Nueva» bei Cali, Kolumbien. Im Weiteren erhalten das «Casa Cultural Tejiendo Sororidades» (Meléndez, Cali) sowie das Projekt «Kondwa-Zentrum für Waisen» in Lusaka, Sambia und das Strassenkinder-Projekt «Khayalethu» in Südafrika finanzielle Unterstützung. Die Beiträge zugunsten der beiden Afrika-Projekte erhält die Solidaritätsgruppe St. Theresia, eine Gruppe von Allschwiler*innen innerhalb unseres Vereins, von der Kirchgemeinde Allschwil aufgrund von Unterstützungsgesuchen. Die weiteren Einnahmen verdanken wir unseren grosszügigen Spender*innen, Geburtstagsgeschenken und Legaten, aber auch Gottesdienst-Kollekten sowie «Blumenspenden» anlässlich von Abdankungen.

Die Information nach Aussen, zu den Spender*innen erfolgte über unsere Website www.finca-elbosquecillo.org, mit einem Flyer sowie mit dem Dankes-Rundbrief zum Gedenken von Hans Z’graggen (Versand Mitte Juni 18) und dem Weihnachts-Rundbrief (Versand 6. Dezember 18) der Stiftung «Tierra Nueva – Vida Nueva». Die Vereinsmitglieder erhalten regelmässig die «Tierra-Vida Infos» per E-Mail.

Stiftung «Tierra Nueva – Vida Nueva» mit FincaElBosquecillo in Cali, Kolumbien
Das Finca-Team arbeitete auch im aktuellen Berichtsjahr sehr engagiert. Das Team um P. Amadeo, das sind regelmässig bis sieben Personen, übernehmen auf der Finca vielfältige Aufgaben und Aktivitäten bei Kursen, im Unterhalt und im Vermitteln von Agrikultur. Neu im Team war ab Januar 18 Manuela W. Aus gesundheitlichen Gründen musste die Anstellung leider per Ende Jahr beendet werden. Wir bedauern Manuelas Ausscheiden sehr, danken ihr herzlich für ihren Einsatz und wünschen ihr für die Zukunft das Allerbeste.
Eine organisatorische Herausforderung bilden jeweils die Aufenthalte grösserer Gruppen von Kindern und Jugendlichen, von privaten, kirchlichen und staatlichen Organisationen der Volksviertel oder auch der Universität. Insgesamt gab es rund 1250 Besucher*innen, darunter aus der Schweiz Christine B. (Voluntariat), Peter G. mit Partnerin (von Miva) sowie Angela und Michi R. zum Jahresende. Unter den Gruppen war beispielsweise eine vom «Casa Cultural Chontaduro»; Andreas Loos von der Christengemeinschaft Cali versuchte im August mit 10 Helfern während 9 Tagen einer Gruppe von 23 (zum Teil stark traumatisierten) Kindern aus dem von Gewalt geprägten Volksviertel „El Retiro“ in der sicheren Umgebung der Finca eine harmonische Zeit zu ermöglichen. Im Dezember erlebten 25 Kinder und Jugendliche eindrucksvolle Tage zum Thema „Econavideña“.

«Strassenkinderprojekt Khayalethu» in Südafrika
Strassenkindern eine Zukunftsperspektive ausserhalb des Überlebenskampfes in den Slumgebieten zu geben, ist das erklärte Ziel dieses Projektes. Mit Zwischenberichten aus Chur (Chris Fannin, Präsident AAB Austausch Aufbau Bildung Südafrika) erfahren wir regelmässig von den schwierigen Umständen, aber auch von den Brücken, die zwischen den Kindern, ihren Familien und Dorfgemeinschaften errichtet, sowie wie Abstand von Drogen und Kriminalität erreicht werden können.

«Kondwa-Zentrum für Waisen» in Lusaka, Sambia
Vereinsmitglied Erich und Rosmarie Friemel, die 2006-2008 im Zentrum tätig waren informieren uns regelmässig über die Situation und die positiven Arbeiten des Zentrums mit Waisenhaus, Schulanlagen und -garten. Wir pflegen den Austausch, Maurin besuchte die Mitgliederversammlung im Februar 18 in Rehetobel.

Dank
Es ist einfach schön, zusammen mit dem tatkräftigen Vorstand, den engagierten Mitgliedern und den grosszügigen Spender*innen solch wertvolle Projekte unterstützen zu können. Ich danke im Namen des ganzen Vorstandes den Vereinsmitgliedern und Spender*innen, einfach Allen, die in irgendeiner Weise zum Gelingen unserer Aktivitäten beigetragen haben ganz herzlich.

Maurin Oberholzer, Präsident
2. März 2019